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  • Ericeira: Portugals World Surf Reserve im Porträt

    Ericeira: Portugals World Surf Reserve im Porträt

    Ericeira ist das erste und bislang einzige World Surf Reserve Europas — 2011 ausgezeichnet, um einen einzigartigen Küstenabschnitt nördlich von Lissabon dauerhaft zu schützen. Auf gerade einmal vier Kilometern drängt sich hier eine außergewöhnliche Dichte an Weltklasse-Wellen. Für einen Surftrip nach Portugal ist der kleine Fischerort deshalb fast konkurrenzlos: Anfänger:innen und Profis finden an derselben Küste ihr Revier — oft nur wenige hundert Meter voneinander entfernt.

    Warum Ericeira so besonders ist

    Die Küste bei Ericeira ist nach Westen und Nordwesten ausgerichtet und fängt damit fast jeden Atlantik-Swell ein. Gleichzeitig sorgt die zerklüftete Felsküste für eine seltene Vielfalt: sanfte Sand-Beachbreaks für Einsteiger, kraftvolle Reef- und Pointbreaks für Fortgeschrittene — alles in Fahrraddistanz. Dazu kommt der World-Surf-Reserve-Status, der die Wellen und die Umgebung vor Überbauung schützt. Das Ergebnis ist ein Ort, der ganzjährig funktioniert und trotzdem seinen Charakter behalten hat.

    Die zerklüftete Atlantikküste bei Ericeira
    Ericeiras Küste — Foto: Eduardo Cruz / Unsplash

    Die wichtigsten Spots

    • Foz do Lizandro — weiter Beachbreak mit Sandboden, der Anfänger-Spot der Region. Auch für Surfschulen ideal.
    • Ribeira d’Ilhas — der lange, gutmütige Rechthänder und bekannteste Spot; funktioniert über ein breites Swell-Fenster und ist perfekt für Aufsteiger.
    • São Lourenço — kraftvoller Reefbreak, der große Swells hält; für erfahrene Surfer:innen.
    • Coxos — der legendäre Pointbreak: eine der besten Rechten Europas, ausschließlich für Fortgeschrittene.
    • Cave — schneller, kräftiger Reefbreak über flachem Riff. Experten-Terrain.

    Einen vollständigen Überblick über die Wellen der Umgebung — mit Wellentyp, Level und aktueller Vorhersage — findest du in unseren Surfspot-Guides.

    Beste Reisezeit

    Von September bis November ist Ericeira am stärksten: konstante Swells, noch mildes Wasser und deutlich weniger Betrieb als im Hochsommer. Der Winter (Dezember–Februar) bringt die größten Tage — dann gehört Coxos den Profis. Anfänger:innen kommen dagegen das ganze Jahr über an den geschützten Beachbreaks wie Foz do Lizandro auf ihre Kosten. Der Sommer ist am vollsten, aber auch am wärmsten und verlässlichsten für die ersten Wellen.

    Jenseits des Surfens

    Ericeira ist mehr als seine Wellen. Der historische Ortskern mit weiß getünchten Häusern, die Fischrestaurants direkt über dem Wasser und die entspannte Atmosphäre machen den Ort auch an flachen Tagen lohnenswert. Lissabon ist nur etwa 45 Autominuten entfernt — praktisch für An- und Abreise oder einen Städtetag. In den letzten Jahren hat sich Ericeira zudem zu einem beliebten Ziel für digitale Nomaden entwickelt: Café-WLAN, Coworking und eine internationale Surf-Community inklusive.

    Nirgendwo sonst in Europa liegen Anfänger-Beachbreak und Profi-Pointbreak so nah beieinander.

    My-Surfcamps-Redaktion

    Ericeira eignet sich für praktisch jedes Level — entscheidend ist, das Camp und den Kurs zur eigenen Erfahrung zu wählen. Vergleiche die Surfcamps der Region neutral nach Preis, Level und Ausstattung:

    Titelbild: Zachary Pearson / Unsplash.

  • Welches Surfboard für Anfänger? Softtop, Mini-Malibu & Funboard

    Welches Surfboard für Anfänger? Softtop, Mini-Malibu & Funboard

    Das richtige Board entscheidet, wie schnell — und wie viel Spaß — du beim Surfenlernen hast. Der häufigste und teuerste Anfängerfehler: ein zu kleines, zu wendiges Brett, weil es „cooler” aussieht. Das Ergebnis sind endlose Wipeouts und Frust. Dieser Guide erklärt, welches Surfboard wirklich zu deinen ersten Wellen passt — und warum ein Wert wichtiger ist als alles andere: Volumen.

    Warum Volumen alles ist

    Volumen (gemessen in Litern) bedeutet Auftrieb, und Auftrieb bedeutet mehr Wellen. Ein voluminöses Board schwimmt höher, paddelt leichter an und ist beim Aufstehen deutlich stabiler. Genau das brauchst du am Anfang: möglichst viele Aufsteh-Versuche pro Session. Wendigkeit — der Grund, warum Profis kleine Boards fahren — ist zu Beginn völlig zweitrangig. Als grobe Orientierung: Anfänger:innen starten mit einem Board, das ungefähr so viele Liter hat wie ihr Körpergewicht in Kilogramm, oft sogar mehr.

    Surfer tragen ihre Boards zum Strand
    Der Weg ins Wasser — Foto: Nick Fewings / Unsplash

    Die drei Boards für den Einstieg

    1. Softtop (Schaumboard)

    Das Softtop ist das Anfängerboard schlechthin — und das, was du in fast jeder Surfschule bekommst. Die weiche Oberfläche und der große Auftrieb machen es sicher (für dich und andere), stabil und extrem einsteigerfreundlich. Für die ersten Tage bis Wochen gibt es nichts Besseres. Viele erfahrene Surfer:innen haben bis heute ein Softtop im Quiver, einfach weil es an kleinen Tagen Spaß macht.

    2. Mini-Malibu

    Das Mini-Malibu (oft „Minimal”) ist der klassische nächste Schritt: ein Hartschaum-Board mit viel Länge und Volumen, aber schon etwas mehr Kontrolle als ein Softtop. Ideal, sobald du sicher stehst und anfängst, die Welle entlangzufahren statt nur geradeaus.

    3. Funboard

    Das Funboard ist die Brücke zum „richtigen” Shortboard: kürzer und manövrierfähiger als ein Minimal, aber noch mit genug Volumen, um Wellen leicht zu bekommen. Der passende Begleiter für fortgeschrittene Anfänger:innen, die erste echte Turns üben.

    Was du (noch) nicht brauchst

    Finger weg von Shortboards und Fishes, solange du nicht sicher in der Welle stehst und paddelst. Sie haben zu wenig Volumen, sind schwer anzupaddeln und bestrafen jeden kleinen Fehler. Du würdest eine ganze Session damit verbringen, überhaupt Wellen zu bekommen — statt zu surfen. Das kleine Board kommt später, ganz von selbst.

    Faustregel zur Boardwahl

    BoardtypLängeVolumen (ca.)Für wen
    Softtop7’–8’6″60–90 LAbsolute Einsteiger
    Mini-Malibu7’–8′50–70 LErste eigene Wellen
    Funboard6’6″–7’6″40–55 LFortgeschrittene Anfänger

    Mieten statt kaufen

    Die beste Nachricht zum Schluss: Am Anfang musst du gar nichts kaufen. In den meisten Surfcamps ist der Boardverleih inklusive — du kannst dich durch verschiedene Größen probieren und herausfinden, was zu dir passt, bevor du Geld ausgibst. Achte bei der Camp-Wahl auf einen gut sortierten Board-Pool und Personal, das dir beim passenden Brett hilft.

    Das beste Anfängerboard ist das, mit dem du die meisten Wellen bekommst — nicht das, das am besten aussieht.

    My-Surfcamps-Redaktion

    Titelbild: Amanda Vick / Unsplash.

  • Die beste Reisezeit zum Surfen in Europa

    Die beste Reisezeit zum Surfen in Europa

    Europa surft das ganze Jahr — aber die beste Reisezeit hängt weniger vom Kalender ab als von zwei Fragen: Wie sicher stehst du schon auf dem Board, und wie weit bist du bereit zu reisen? Wer die Saison passend zum eigenen Level wählt, bekommt bessere Wellen, wärmeres Wasser und leerere Line-ups — statt Frust im falschen Monat. Dieser Guide sortiert die europäische Surf-Saison nach Jahreszeit und Region. Dein passendes Camp findest du danach in Sekunden über den Camp-Finder.

    Was die Surf-Saison überhaupt bestimmt

    Drei Faktoren entscheiden, ob ein Spot zu einer bestimmten Zeit funktioniert:

    • Swell — die Wellenenergie, die aus Tiefdruckgebieten über dem Atlantik entsteht. Im Winter sind die Systeme kräftiger, im Sommer sanfter.
    • Wind — Offshore (vom Land aufs Meer) hält die Wellen sauber, Onshore drückt sie platt. Deshalb sind die frühen Morgenstunden oft am besten.
    • Wassertemperatur — entscheidet über die Neopren-Dicke und damit, wie lange du draußen bleiben kannst.
    Saubere Atlantik-Wellen bei Offshore-Wind
    Saubere Wellen bei Offshore-Wind — Foto: Jeremy Bishop / Unsplash

    Sommer (Juni–August): ideal für Anfänger

    Im Sommer sind die Atlantik-Swells kleiner und regelmäßiger — genau richtig für die ersten Wochen auf dem Board. Die Beachbreaks in Portugal und im südwestfranzösischen Landes-Gebiet sind gutmütig, der Sandboden verzeiht Stürze, und das Wasser ist mit 18–22 °C angenehm warm — ein Shorty oder 3/2-Neopren reicht. Der Preis dafür: In den Ferienmonaten sind die bekannten Spots und die Städte voll. Wer flexibel ist, weicht auf kleinere Orte aus.

    Herbst (September–November): die beste Allround-Saison

    Für viele erfahrene Reisende ist der Herbst schlicht die beste Zeit für einen Surftrip in Europa. Die ersten kräftigeren Tiefs des Jahres schicken konstante Swells an die Küste, das Wasser ist vom Sommer noch warm, und die großen Urlauber-Crowds sind weg. Ericeira, Peniche und Hossegor laufen jetzt auf Hochtouren — mit Wellen für wirklich jedes Level. Wenn du nur einmal im Jahr fährst und flexibel bist: Nimm den September oder Oktober.

    Winter (Dezember–Februar): Kraft für Fortgeschrittene — oder Sonne

    Im Winter liefert der Nordatlantik die größten und kraftvollsten Swells des Jahres. Das ist die Saison für fortgeschrittene Surfer:innen — an exponierten Spots wird es schnell ernst. Zwei Wege, den Winter trotzdem zu genießen: In Portugal an geschützten Beach- und Rivermouth-Spots bleiben, wo die Energie gebrochen ankommt — oder dem kalten Wasser ganz entfliehen. Auf den Kanaren und in Marokko surft man im Winter bei Sonne und mildem Wasser.

    Frühling (März–Mai): der unterschätzte Geheimtipp

    Der Frühling ist die Übergangssaison: Die Wintertiefs lassen langsam nach, aber es kommen noch regelmäßig ordentliche Swells. Das Wasser ist zwar am kältesten des Jahres (der Ozean hinkt der Luft hinterher), dafür sind die Spots leer und die Preise niedrig. Mit einem 4/3-Neopren eine hervorragende Zeit für alle, die Ruhe suchen.

    Saison & Region auf einen Blick

    RegionBeste MonateLevelWasser
    Ericeira & Peniche, PortugalSep–NovAlle15–19 °C
    Algarve, PortugalSep–Nov / Apr–JunAnfänger–Mittel16–20 °C
    Landes & Hossegor, FrankreichJun–OktAnfänger–Fortgeschritten17–21 °C
    Kanarische InselnOkt–MärzMittel–Fortgeschritten19–22 °C
    Taghazout, MarokkoOkt–MärzAlle17–20 °C

    Fünf Tipps für die Planung

    1. Sei ehrlich zu deinem Level. Ein zu großer Spot macht keinen Spaß — und ist gefährlich.
    2. Reise in der Nebensaison. Herbst und Frühling schlagen den Hochsommer bei Wellen, Crowd und Preis.
    3. Bleib flexibel bei der Region. Wer nicht auf einen Spot fixiert ist, findet fast immer irgendwo gute Bedingungen.
    4. Plane Puffer ein. Zwei Wochen fangen mehr gute Tage ein als ein verlängertes Wochenende.
    5. Buch ein Camp mit Kurs. Gerade am Anfang bringt dich lokales Wissen schneller voran als jede Vorhersage-App.

    Die beste Reisezeit ist nicht die mit den größten Wellen, sondern die, die zu deinem Können passt.

    My-Surfcamps-Redaktion

    Du weißt noch nicht, welche Region und Saison zu dir passt? Beantworte ein paar Fragen zu Level, Reisezeit und Vorlieben — wir schlagen dir passende Camps vor.

    Titelbild: Silas Baisch / Unsplash.

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